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Die Blütezeit unter den Hessischen Landgrafen

Mit der Schloss- und Stadtgeschichte untrennbar verbunden sind die Namen Otto der Schütz, Ludwig der Friedfertige und Philipp der Großmütige.

Otto, der Sohn von Landgraf Heinrich II., sollte in Paris Theologie studieren. Auf dem Weg dorthin entschied er sich aber gegen den Wunsch seines Vaters und verdingte sich wegen seiner Jagdleidenschaft und Schießkunst unerkannt als Jäger am Hofe des Herzogs von Kleve. Als sein Stand doch bekannt wurde, erfuhr auch sein Vater in Spangenberg von den Abwegen und befahl, dass sein Sohn ihm nur an den Füßen gebunden und mit dem Kopf nach unten je wieder vor die Augen kommen dürfe. Otto, der inzwischen die Tochter des Herzogs, Elisabeth von Kleve ehelichen durfte, wollte sich mit seinem Vater aussöhnen und ritt im Kopfstand auf dem Pferd durch das Tor von Burg Spangenberg. Der Landgraf hatte recht schnell seinen Schwur vergessen und schloss Otto und Elisabeth in seine Arme.

Ein Inschriftenstein am Schloss kündet heute noch von der Existenz eines über hunderte von Jahren gedeihenden Buchsbaumes, den Otto und Elisabeth gepflanzt haben.

Landgraf Ludwig I., der Friedfertige, lebte in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und ist auf Schloss Spangenberg geboren und gestorben. Als Staatsmann war er sehr angesehen, ihm war sogar die deutsche Kaiserkrone angeboten worden. Der Landgraf gründete auch Burg Ludwigstein im Werratal sowie Ludwigseck in Ludwigsau, Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Philipp der Großmütige war zu Beginn des 16. Jahrhunderts einer der wichtigsten Landesfürsten der Reformationszeit. Er führte in Hessen mit der Homberger Synode 1526 den protestantischen Glauben ein. Landgraf Philipp hielt sich nicht nur zu Jagden in Spangenberg auf, sondern hatte ein ganz persönliches Interesse an der Stadt, in der er seine „zur Linken angetraute“ zweite Ehefrau Margarethe von der Saale untergebracht hatte. Zu dieser an sich bigamischen Ehe hatte Martin Luther, mit dem Philipp befreundet war, eine tolerierende Haltung eingenommen.

Die vielen Aufenthalte Hessischer Landgrafen bedeuteten für die Bevölkerung der Stadt und der umliegenden Ortschaften einerseits die Verpflichtung zur Gefolgschaft, auf der anderen Seite aber auch die Gewissheit des Schutzes und somit einer öffentlichen Sicherheit. Manche Dörfer wurden sogar als Burgdorf bezeichnet, weil die Bewohner Lebensmittel in Form von Ackerfrüchten, Mehl, Vieh oder Holz zur Burg liefern mussten. Den Bürgern der Stadt wurden in Form von Stadtrechten etliche Privilegien zugesichert, so dass sich Spangenberg optimal entwickeln konnte.

Dieses Aufstreben wurde erst durch den Dreißigjährigen Krieg gestoppt.

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